Die Vielen

Osnabrücker Erklärung der Vielen

Als Aktive der Kulturlandschaft in Deutschland tragen die Kunst- und Kultureinrichtungen Verantwortung und wollen gegenwärtig und zukünftig dafür Sorge tragen, dass die Kunst und ihre Einrichtungen – die Museen, Theater, Ateliers, Clubs und urbane Orte als offene Räume – Vielen gehören. Die Gesellschaft ist plural und es geht um alle! Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander, aber die Kunst- und Kulturräume sowie die Gesellschaft sollten geöffnet werden, damit wir wirklich Viele werden.
Die Unterzeichnenden vieler Kunst- und Kultureinrichtungen aus Stadt und Landkreis Osnabrück, ihrer Interessensverbände und freie Kunst- und Kulturschaffende positionieren sich mit der Unterzeichnung der Osnabrücker Erklärung der Vielen mit einer deutlichen Haltung: Für völkisch-nationalistische Propaganda soll es kein Podium geben und die Unterzeichnenden solidarisieren sich mit den Menschen, die durch rechte Ideologien immer weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

Im Mittelpunkt der Erklärung der Vielen stehen die Solidarität anstelle von Privilegien, die Freiheit der Kunst und das Engagement für Frieden und Demokratie.

Am 10. April 2019 wurde die Osnabrücker Erklärung der Vielen veröffentlicht.

Damit schließen sich Kultureinrichtungen aus Stadt und Landkreis Osnabrück der Kampagne von Die Vielen e. V. an. Die unterzeichnenden Einrichtungen bleiben durch regelmäßige Treffen miteinander im Austausch und beteiligen sich aktiv an einer bundesweiten Kampagne mit Aktionstagen und Dialogforen.

OSNABRÜCKER ERKLÄRUNG DER VIELEN

KUNST SCHAFFT EINEN RAUM ZUR VERÄNDERUNG DER WELT

Als Aktive der Kulturlandschaft in Deutschland stehen wir nicht über den Dingen, sondern auf einem Boden, von dem aus die größten Staatsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden. Kunst wurde als „entartet“ diffamiert und Kultur flächendeckend zu Propagandazwecken missbraucht. Millionen Menschen wurden ermordet oder gingen ins Exil, unter ihnen auch viele Künstler*innen. Gerade als Kunstschaffende der Friedensstadt Osnabrück sehen wir es als selbstverständliche Pflicht an, für Frieden und Demokratie einzutreten und uns im öffentlichen Diskurs dafür einzusetzen.

Heute begreifen wir die Kunst und ihre Einrichtungen, die Museen, Theater, Ateliers, Clubs und urbanen Orte als offene Räume, die Vielen gehören.

Unsere Gesellschaft ist plural. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander und finden sich oft im Dazwischen. Demokratie muss täglich neu verhandelt werden –  aber immer unter einer Voraussetzung: Es geht um Alle, um jede*n Einzelne*n als Wesen der vielen Möglichkeiten!

Der rechte Populismus, der die Kultureinrichtungen als Akteur*innen dieser gesellschaftlichen Vision angreift, steht der Kunst der Vielen feindselig gegenüber. Rechte und nationalistische Gruppierungen und Parteien stören Veranstaltungen, wollen in Spielpläne und Programme eingreifen, polemisieren gegen die Freiheit der Kunst und arbeiten an einer Renationalisierung der Kultur.

Ihr verächtlicher Umgang mit Menschen auf der Flucht, mit engagierten Kulturschaffenden, mit Andersdenkenden verrät, wie sie mit der Gesellschaft beabsichtigen umzugehen, sobald sich die Machtverhältnisse zu ihren Gunsten verändern würden.

Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung sind Alltag. Dieses Bündnis will in die Tiefe wirken. Wir setzen uns deswegen mit den eigenen Strukturen auseinander und stellen diese zur Verhandlung. Wir müssen die Kunst- und Kulturräume sowie unsere Gesellschaft öffnen, damit wir wirklich Viele werden!

Wir als Unterzeichnende der Kunst- und Kultureinrichtungen von Stadt und Landkreis Osnabrück, ihrer Interessensverbände und freie Kunst- und Kulturschaffende begegnen diesen Versuchen mit einer klaren Haltung:

  • Die Unterzeichnenden führen den offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über Strategien, die demokratische Grundwerte untergraben. Sie gestalten diesen Dialog mit Mitwirkenden und dem Publikum in der Überzeugung, dass die beteiligten Institutionen den Auftrag haben, unsere Gesellschaft als eine demokratische fortzuentwickeln.
  • Wir, die Unterzeichnenden, bieten kein Podium für völkisch-nationalistische Propaganda
  • Wir, die Unterzeichnenden, wehren die Versuche der Rechtsnationalen ab, Kultur für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.
  • Wir, die Unterzeichnenden, solidarisieren uns mit Menschen, die durch rechte Ideologien immer weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

SOLIDARITÄT STATT PRIVILEGIEN. ES GEHT UM ALLE. DIE KUNST BLEIBT FREI!